Das Einzige, was du auslöst, ist Elend.
Willst alles für nichts,
willst deinen Platz in der Geschichte,
und wir können nur drum beten, dass du ihn nie bekommst.
Nervender Alltag

Ist das noch ‚normal’?

Was versteht man eigentlich unter dem Wörtchen „Normal“?

Es ist doch völlig Normal auf die Toilette zugehen, völlig normal etwas zu essen, normal raus zugehen – normal Tiere zu sehen. Oder irre ich mich da?

Da stellt sich natürlich die Frage, wie ich auf so etwas komme; ganz einfach: Ich habe eben ein Brötchen gegessen und dabei Fern gesehen – und was sehe ich? Etwas Klitzekleines, Weißes und total Flauschiges. Ach ja, schwarze Knopfaugen und eine ebenso dunkle Nase hat es auch noch. Richtig: Knut. Der Wonneproppen, von dem man zurzeit jede Stunde etwas in den Nachrichten hört. Und warum? Weil er ja ach so süß ist, soooo knuddelig und einfach nur zum Lieb haben. Hallo? Der Kleine ist nicht der erste Eisbär, den man in einen Zoo gesteckt hat und mit der Hand aufziehen muss. So ein Unsinn. Ein riesiges Trara wird um das Kerlchen gemacht – Stofftiere, Button, Fahnen und sogar Cd´s. Wo bleiben die Klobrillen, die Patches und die Uhren?

Ob die Leute schon mal etwas von ‚Übertreibung’ gehört haben? – Ich glaube kaum. Und davon reden, dass sie den Kindern durch diese ganze Szene Tiere hautnah zeigen können, ist auch Unsinn. Knut ist ein Tier – trotz flauschig weißem Fell, hat der Kleine Reißzähne und wird früher oder Später das Fleisch unserer Rinder fressen und sich deren Blut von der Schnauze lecken. Aber das sieht ja keiner, denn der ‚Knut tut gut’, gelle? Und dann… ja, dann ist er wieder völlig uninteressant, weil er dann ja genauso groß ist, wie die anderen Eisbären im Berliner Zoo und sich nicht mehr von ihnen unterscheidet. Dann sieht den armen, kleinen, süßen, knuddeligen, lieben, flauschige, weißen Stubsnasen-Knut keiner mehr und er wird vergessen.

Nein – natürlich machen die das nicht, damit sie mehr Geld einnehmen, nein, keines Wegs – geht ja einzig und allein um Knut, ach ja, und um die Kinder, die den Bären ja sooo süß finden und unbedingt ein Stofftier von Mami und Papi haben wollen. Ha, ha.

Ehrlich gesagt – mich nervt dieses ganze Drum-herum tierisch (Toller Wortwitz, Ha, ha.). Der Bär ist mittlerweile so ausgelutscht worden – also das Thema Knut – das sie das langsam wieder absetzen können.

Hallo? – ich meine, in dem Zoo werden kleine Kinder förmlich wegen dem Vieh nieder getrampelt von anderen Menschen. Das kann doch nicht sein, dass ich in einen Zoo gehe, wo meine Kinder ihren Spaß haben sollen und neue Tiere entdecken können – ich gleichzeitig aber Angst haben muss, dass sie da mit Blauen Flecken und Prellungen wieder rauskommen.

Das ist echt nicht mehr Normal.

Aber gut. Heutzutage ist es nur noch normal, Grundbedürfnisse zu haben; Essen, ein Dach überm Kopf, Kleidung…

In diesem Sinne

Grüße von einem aus der Reihe tanzenden Normalo.

 

Gez.: Wolkenwanderer

5.4.07 12:54


Asche auf unser Haupt

Es ist so erbärmlich.

So etwas gibt es nicht. Außerdem ist es irgendwie traurig. Was? – Na ja, wenn man bedenkt, wie es früher war… ist heute alles nur noch traurig, oder? Aber eines, eines ist nicht nur traurig oder zum heulen… Nein. Es ist gleichzeitig auch noch erbärmlich und lächerlich. Irgendwie schon… Krank.

Ich habe eben meine Emails durchgesehen und eine dieser Spammails gelesen – zumindest den Betreff, in dem man meinte, ich hätte neue Nachrichten auf einer dieser Single-Seiten. Wieso macht man so was? Wozu braucht man das? – Alte, geile Böcke, die sich vor dem Rechner einen runterholen wollen, während sie sich die halbnackten Minderjährigen ansehen und auf ihre Tastatur spritzen.

Ein absolut widerlicher Gedanke, aber… wofür gibt es solche Seiten? Sicherlich nicht nur zum Reden, wie viele ja sagen. Aber ganz sicher auch nicht nur um Spaß zu haben – zumindest nicht das, was ich unter Spaß verstehe.

Gut, okay… ich verstehe es ja, wenn man sich auf solchen Seiten aus Spaß an der Freude anmeldet, die Leute da ein wenig… hinters Licht führt – habe ich ja auch schon getan – aber, es ist unbegreiflich, wie man so eine Datingmöglichkeit für Ernst nehmen kann. Dabei sagt man immer, geschriebene Worte sagen so viel mehr aus, als gesprochene. Hm. Dafür sind gesprochene Worte, die ernsthafteren, die, in denen wenigstens etwas Wahrheit liegt und in die man nichts hinein spinnen kann. Es ist einfach viel ehrlicher, wenn man jemanden etwas direkt sagt, anstatt über eine Mail, einen Brief oder... eben über so ein Programm.  

Leute, die diese Dinger nutzen, sind nicht wirklich richtig im Kopf – hoffen sogar dort ihre wahre Liebe zu finden. Aber so einfach ist das nicht… und die ‚Wahre Liebe’ – Gibt es die überhaupt? – Ich weiß es nicht. Was ist die Wahre Liebe überhaupt? – Früher, vor Jahren hätte es sie geben können. Aber heute? Dieser Spruch ‚bis das der Tod uns scheidet’ ist ebenso hinfällig.

Wie ich auf so etwas komme? Damals, vor vielen Jahren wurden die Menschen noch nicht so alt wie heute, starben im Alter von 30 bis 40 Jahren an Krankheiten, weil es einfach nicht die Medizin gab, die es heute gibt und uns ein längeres Leben ermöglicht. Wir sind gar nicht darauf eingestellt, gar nicht darauf programmiert für immer und Ewig nur einen Partner zuhaben – der Mensch ist nicht monogam. Aber… deswegen muss man sich nicht erniedrigen und in Chatprogrammen nach einem Partner suchen – egal ob zum lieben oder zum vögeln – oder einfach zum reden.

So etwas ist doch Schwachsinn.

Irgendwann gibt es keinen richtigen Sex mehr, nur noch Cybersex. Irgendwann, besteht nichts mehr aus Zärtlichkeit und man kann sich keine Streicheleinheiten erhoffen; das wird es dann nur noch in Form von *Zärtlich streichel* geben. Wahrscheinlich sieht man sich dann nicht mal mehr direkt in die Augen, sondern sitzt in zwei verschiedenen Räumen vor einer Webcam und stellt sonstige obszöne Dinge an.

Eine gruselige Vorstellung.

Da bin ich doch lieber mein ganzes Leben über alleine.

Schönen Abend,

The Lonesome Rider

Gez.: Wolkenwanderer

3.4.07 21:49


Leidvolle Fragen

Bin ich auch einer von denen? – Bin ich genauso leicht ersetzbar, so berechenbar wie die? Wie jeder andere Mensch…?

 Fragen, die ich mir heute stellen musste. Ja, ich musste sie mir stellen, als ich diese Worte an den Kopf geworfen bekommen hatte. Und das von einem Freund – einem, den ich schon seit Jahren kenne. Nein, keine Kindergartenbeziehung und ebenso wenig kennen wir uns aus der Schule. Aber das ist belanglos.
Ich dachte wirklich ich kenne ihn, kenne ihn so gut, dass ich von ihm als ‚guten Freund’ sprechen kann. Aber ist das wirklich so? Entspricht mein Denken, meine Hoffnung einer Tatsache oder einfach nur einer Wunschvorstellung? Einer Einbildung? Fitkion?
Ob ich die Antwort auf diese Fragen haben will ist wieder eine andere Sache. Einerseits löst der Gedanke eine Neugier aus, die ganz einfach menschlich ist. Aber andererseits aktiviert sich bei dem Gedanken daran, nur hintergangen worden zu sein, ein Schutzmechanismus, um Schmerz, Pein und Angst zu entgehen. Ich weiß nicht, sollte man das Feigheit nennen? Vor dem Leben, der Welt und den eigenen Problemen weglaufen? – Nicht wirklich. Es ist mehr die Furcht vor seelischem Schmerz. Schmerz, den man nicht einfach so loswird, wenn man über ein paar Tage eine Salbe drüber schmiert – sondern einer, den man immer weiter mit sich herum trägt. Quasi eine Last auf den Schultern ist. Der Mensch hat ja von Natur aus, eher weniger gerne Lasten zu tragen – fraglich, ob diese Reaktion auch natürlich ist.
Ich fühl mich zurzeit ein wenig… ja, hintergangen. Von wem? – Von denen, die ich eigentlich als meine Freunde bezeichne… wobei das eigentlich schon lächerlich ist, wenn man bedenkt, dass ich diese Menschen über das Internet kennen gelernt und größtenteils noch nicht einmal gesehen habe.
Schon seltsam.
Vielleicht verdiene ich nichts andres, als belogen zu werden? – Sicherlich nichts anderes.
Glück ist mir Fremd, die Freude ist ausgezogen… warum sollte man ehrlich zu mir sein?
- Wenn ich lüge, laut ihnen. 

In diesem Sinne…
Schöne Grüße von einer Lügnerin.

Gez.: Wolkenwanderer

 

 
 
2.4.07 20:32


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