Das Einzige, was du auslöst, ist Elend.
Willst alles für nichts,
willst deinen Platz in der Geschichte,
und wir können nur drum beten, dass du ihn nie bekommst.

 

Name:
Dawnbringer, Sadric
Außerdem hat Sadric den Beinamen ‚Deathwulf’ aufgrund der gnadenlosen Art, wie er mit seinen Opfern, Feinden oder wie auch immer man das nennen mag, umgeht.
Eigentlich lautet der vollständige Name dieses Wolfes Sadric Ruan McCutchean, aber seinen eigentlichen Familiennamen hat er über die Jahre hinweg abgelegt, und sich in ‚Dawnbringer’ umbenannt, weil er mit seiner Familie nichts mehr zu tun haben möchte und sie lieber vergessen würde.



Rasse:
Werwolf
Ganz eindeutig zählt er zu den Wölfen: Fleisch fressend und Blut leckend. Er steht zu dem was er ist und auch dazu das er gerne anderen Leid oder Schmerz zufügt. Die, die er seine Freunde oder Bekannte schimpft, schützt er bis zum bitteren Ende.


Alter:
Sadric Dawnbringer ist nunmehr 358 Jahre alt. Das heißt er wurde im Jahre 1648 geboren, am 12. des Monats September. Im Alter von 25 Jahren wurde er gebissen.


Alter laut Aussehen:
Wenn man diesen Mann auf sein Alter schätzen soll, würde man sicher zwischen 25 und 30 Jahren schwanken. Laut seinem Pass ist er nunmehr 27 Jahre ‚jung’.


Familie:
Vater: Alexander McCutchean Verstorben
Mutter: Gabrielle Salvatore Verstorben
Bruder: Louis McCutchean Verstorben
Schwester: Maria Sophiá McCutchean Verstorben

Niemand aus der Familie hat je von dem Werwolfdasein ihres jüngsten Sohnes erfahren. Alle starben zuvor durch ‚Unfälle’, wie Damon immer zu sagen pflegte und versuchte ihn seine Sippschaft vergessen zu lassen. Aber das hat bei Sadric noch nie funktioniert – er liebte seine Familie über alles, deren Erinnerung heute ein wunder Punkt in ihm ist.


Erschaffer:
Damon del Elrado war sein Name.
Er hat die Familie Sadrics in den Tod gestürzt und sich hinterher um das ‚Wohlergehen’ seines Lehrlings gekümmert, damit dieser wusste wie er sich gegen was zu wehren hatte. Damon starb auf seinen Wunsch hin, durch die Hand Sad´s.


Welpen:
Sadric hat niemals ein Leben verschont. Wohl an der Grund, weshalb er keines seiner Opfer nach einem Biss davon kommen lassen hat, sondern viel lieber dessen Fleisch zwischen den Kiefern geschmeckt.


Rudel:
Dieser Wolf ist ein Einzelgänger. Er zieht es vor ohne ein Rudel zu leben, das ihm irgendwelche Regeln auferlegt an die er sich halten muss.


Herkunft:
Mexiko, Tacuba
Tacuba, das einstige aztekische Tlacopan, ist ein Stadtteil von Mexiko-Stadt an der Straße nach Naucalpan/Querétaro. Verwaltungstechnisch ist es Teil der "Delegación" Miguel Hidalgo.


Beruf:
Dawnbringer ist ein Weltstar, Meister der klassischen Musik. Er komponiert nicht nur seine Stücke selber, sondern spielt auch Instrumente wie die Violine, den Flügel oder das Saxophon. Er hat schon einige Konzerte und Tourneen hinter sich gebracht im Laufe seiner Karriere.
Trotzdem nimmt die Musik nicht sein ganzes Leben oder seine ganze Freizeit in Anspruch, sodass er langsam aber sicher, mit seiner Hündin Alisya und dem Rüden Apollo eine Zucht aus reinrassigen Bernersennen Hunden aufzuziehen.


Gesinnung:
Kennt man Sadric nicht, würde man ihm definitiv der bösen Seite der Macht zuschreiben. Allerdings ganz so Böse ist er dann doch nicht, immerhin riskiert er Leib und Seele für die, die ihm wichtig sind – auch, wenn es davon kaum welche gibt. Also ist es besser, ihn als einen neutralen Gesellen einzustufen, der einen Hang zum Bösen hat.


Charakter:
Der Mensch: Eigentlich ist Sadric ein recht charmanter Mensch, zumindest, solange man ihn nicht richtig kennt. Denn alleine wenn man diesen Mann ansieht könnte man ihn als einen Gentleman sehen, als einen Sonnyboy der alles für eine Frau tun würde. Ja, man könnte sogar glauben, dass er über Leichen gehen würde, sollte er die Richtige gefunden haben - und das stimmt sogar in einem gewissen Maße. So charmant er auch sein kann, ebenso wenig redet er über seine Vergangenheit oder Familie, die er einfach nur vergessen möchte, da es unschöne Erinnerungen in ihm wach ruft. Der Mensch in ihm ist sich seiner Stärke durchaus bewusst, ebenso seinem wahren Ich, das er dennoch niemanden auf die Nase bindet. Im Gegenteil: am liebsten wäre es ihm, es würde niemand erfahren, sodass er jedes Mal ungeschoren davon käme. Aber, da dem nicht so ist, geht er keiner Konfrontation aus dem Weg. Selbst solchen nicht, wo er weiß, dass er unterliegen würde. Sein Stolz und die Ehre würden es nicht erlauben, einfach weg zulaufen – lieber würde er sterben. Andererseits ist er einer derer, die kleinen Kindern die Süßigkeiten anbietet, was uns zu…
Das Zwielicht: …bringt. Er, der Kindern Süßigkeiten anbietet, ist kein netter Mensch. Ganz im Gegenteil. Denn diese Süßigkeiten bedeuten zumeist zerfledderte Kinderleibe mit rausgerissenen Knochen oder Gedärmen. Natürlich sind solche Vergehen nie ungesehen geblieben weshalb viele Menschen auf der Jagt nach…
Dem Wolf: … sind. Aber, sie machen nie Rechnung mit einem Wolf, der alle anderen in Größe und Stärke übertrifft, der auch genau weiß, wie er was einzusetzen hat, oder wie vorzugehen ist. Denn im Grunde seiner kalten Ader ist er ein Hitzkopf und Wagemutig, was ihn unberechenbar macht.

Im Großen und Ganzen ist er ein Mann, dem man vertrauen kann, wenn man ihm etwas Wichtiges erzählt – er ist keine Tratschliese, die alles ausplaudert. Wo käme man denn da hin? Irgendwohin, aber man würde nicht bei Sadric landen. Denn er hilft denen welchen er Nahe steht und steht für sie ein. Das, was er für sich beansprucht beschützt er bis auf sein Blut.
Harte Schale weicher Kern? – nichts da! Ein Mann der zu seinen Taten und seinen Vorlieben steht und der das auch seinem Bekanntenkreis nicht verschweigt. Sie müssen ihn nehmen wie er ist, ob sie wollen oder nicht – er macht sicher keinen Hehl daraus, das er gerne mal einen Schmerzenschrei hört, oder Angstschweiß riecht.

Zu seinen Vorlieben zählen unter Anderem die Musik (sowohl Klassische als auch andere Richtungen), isst leidenschaftlich gerne Lachs, geht gerne feiern, trinkt gerne mal einen Gin und? – Jaaa, der Gute hat eine Sammelleidenschaft: Alles rund um das Zebra. Tassen, Stofftiere, Bettwäsche, Teppiche, Figuren, Bücher, Bilder,… einfach alles.

Vampire, andere Wölfe, Magier, Menschen… Alles Wesen mit denen er sich abgeben muss. Er kann es sich nicht aussuchen. Es kam schon ein paar Mal vor, das er sowohl mit Vampiren als auch mit anderen Wölfen zu tun gehabt hatte. Er kommt mit Jedem aus, wenn es sein muss, so lange man ihn nicht provoziert, oder seine Missgunst auf sich zieht. So kam es, das er im laufe seiner Jahre auch Vampire zum Freund hatte.


Aussehen:
Augenfarbe: Braun
Haarfarbe: Schwarz-braun
Größe 1,96 Meter
Zitat einer Bäuerin im alten Mexiko:
“Er ist ein Teufel! So groß wie der Leibhaftige selbst! Er trug riesige Krallen bei sich, mit denen er meinen Mann und meine Kinder getötet hat! Mit zwei Schlägen… Dieser Mann ist Schwarz. Er ist furchterregend und grausam… eine Bestie in deren Augen die Traurigkeit schlummert. Ich habe sie gesehen… diese Augen... Sie haben mich angesehen! Oh Gott bewahre... dieses kalte Braun... Fast schwarz… kein Schimmer, kein Leben lag in ihnen... sie haben mir Angst eingejagt. Doch… er hat mich nicht getötet… Oh Herr, warum nicht? … Warum hat er meinem geliebten Mann und meinen Töchtern das Leben genommen? Warum mir nicht?! Ich hätte es doch viel eher verdient!“
Wenige Tage später fand man den zerschundenen Leichnam dieser Bäuerin namens Maria. Der Herr hatte ihre Bitte auf grausame Art und Weise erhört.

Und dieser Herr war Sadric. Oder besser gesagt Deathwulf.
Und wirklich, er sah aus wie ein Herr und das tut er noch heute. Er denkt gar nicht erst daran, sich in Jogginghosen auf die Couch zu hauen, oder anderweitiges anzuziehen, was nicht seinem Stil entspricht. Oh, sicher, er sitzt zwar immer wieder mal in Shorts vor dem Fernseher – etwas ganz normales für einen Kerl – aber wenn er unterwegs ist, trägt er immer Kleidung die sich sehen lassen kann. So trägt er zum Beispiel, wenn er Privat unterwegs ist gerne mal Jeans, in ganz unterschiedlichen Farben und Aufmachungen. Dazu trägt er gerne Hemden, oft auch warme Wollpullover, wenn es besonders kalt ist. Ist er mal nicht ganz so Privat unterwegs, sondern wegen seiner Musikerkarriere, tritt er jedes Mal mit ordentlichem aber offenen Jackett auf, dazu die passende Hose und, wenn er Spaß dran hat noch der dazugehörige Hut.
Etwas, was der Mann aber immer trägt, ist ein buntes Armband, das er vor einigen Jahren von einem kleinen Mädchen geschenkt bekommen hatte, deren Schule der Musikus besucht hatte. Ja… irgendwie war ihm das braunhaarige Mädchen ganz sympathisch gewesen. Überhaupt ist sein ganzes Auftreten denen gegenüber, die er nicht kennt, recht Höflich und charmant – man würde sicher nicht denken, das er der Wolf wäre, von dem eine ganze Zeitschrift handelt. Lediglich die Augen, diese dunklen Augen sind es dann, in denen man keine Wärme entdecken kann – sie Sonne Mexikos hat in ihnen nicht überlebt, sie war untergegangen vor vielen Jahren. Und vielleicht das sachte aber dafür äußerst ruhige Schmunzeln auf seinen maskulinen Zügen ließe noch vermuten, das er sich noch über die lustig macht, mit denen er redet – und ab und an ist das wirklich so. Trotzdem gehört dieses schmale Grinsen zu ihm. Ist es mal nicht zu sehen, kann man also davon ausgehen, dass irgendetwas passiert sein muss, was seine Aggressivität geweckt hat.

Aber Sadric ist ja nicht nur ein Mensch, richtig? – Er ist ja ein Werwolf und hat deswegen auch noch eine weitere Form, in der man ihn vielleicht beschreiben sollte. Nämlich als Wolf.
Sicher, man könnte meinen er sei der bitterböse schwarze Wolf, aus den ganzen Märchen, aber das stimmt nicht. Er hat dichtes, weiches Fell, das ihn an den Flanken länger herunter fällt, wie einigen anderen Wölfen. Es hat sowohl braune und schwarze Abzeichnungen, als auch graue und weiße Färbungen. Große braune Augen denen man sicher ihren treudoofen Blick zugestehen möchte. Kräftige Pfoten und Läufe – ein perfekter Jäger. … Wenn auch ein wenig fauler.


Spezielle Begabung:
Im Laufe der Jahrhunderte, in denen er sein Dasein als Werwolf, also als Jäger, wie auch Gejagter verbrachte, hatte sich Sadric das lautlose Schleichen aneignen können, was ihn einige Male das Leben gerettet hatte.
Was er selbst nicht weiß, das er einer der älteren seiner Art ist. Was er davon hat? – Die Erfahrung und magische Stärke, die es ihm ermöglicht, sich des Nachts in einen graugetigerten Wolf zu verwandeln. In dieser Gestalt jedoch, ist es ihm nicht möglich, irgendwelche Leute an zufallen, was ihn sehr verwundbar macht.
Die magische Begabung sich in einen Wolf zu verwandeln kommt ganz sicher nicht von irgendwo her, nein. Im Gegenteil, Damon war es, der in seinem früheren Leben der Schüler eines Magiers war und ihm lehrte solche an zuwenden. Und eben dieser war es, der als Mentor seinem Schüler wenigstens dieses eine über Magie beibrachte: sie muss nicht feindlich sein, sie ist dein Freund und jeder hat etwas davon in sich – man muss es nur zu beherrschen wissen. Und diese Beherrschung, verdankt Sadric seinem Lehrmeister.
Seine Stärke, seine Intelligenz und seine Schnelligkeit sind Eigenschaften, die er sich hart antrainieren musste, damit er überleben konnte. Das schaffte er auch nur, in dem er seine Schwächen als Werwolf erkennen musste: Das Silber. Er ist einer der wenigen, die zwar gehörigen Respekt vor diesem Erz haben und es fürchten sollten, hat es aber bewerkstelligt, sollte es in seinen Körper gelangen, für einige Minuten zu ignorieren.
Seine Stimme ist überaus beruhigend. Schon oft ist es vorgekommen, das Sadric es schaffte, allein durch das Reden mit einer Person, diese zu beruhigen, oder sie fast schon einzulullen.
Etwas, das absolut selten ist seine Fähigkeit im Umgang mit Hunden. Alle möglichen anderen Tiere hassen den Wolf, meiden ihn, oder fallen ihn an. Seltsamer Art und Weise aber, scheuen sich Hunde nicht vor ihn – im Gegenteil: sie lieben seine Nähe und die Tatsache, das er ihnen ähnlich ist. Wohl an, das er deswegen beschlossen hat, eine Hundezucht zu beginnen. Denn wie sich herausstellte, haben jene Hunde, die er aufzieht ebenso wenig Angst vor anderen Werwölfen.


Stärken:
Ein starker Kämpfer ist unser Sadric. Er weiß in Kämpfen nicht nur seine Stärke einzusetzen, oder die Schnelligkeit, sondern auch seine Intelligenz zu nutzen. Was leider bei vielen Kreaturen gänzlich im Hintergrund verschwunden ist.
Guter Beobachter - Was bedeutet das der Bursche ziemlich gute Äuglein hat, die Dich sogar im Dunkeln sehen, ja, ja. Also sei vorsichtig wohin du gehst, denn er kann dich auch riechen.
Täuschung, Verrat, Korruptionen. In der heutigen Zeit eigentlich etwas alltägliches, wenn man bedenkt, das eigentlich alles darauf aufgebaut ist. Und er hat eben viel lernen können in der Zeit seines langen Lebens.
Selbstbewusst und Selbstsicher muss man heut zutage einfach sein, denn ein kleiner, weinerlicher Junge schafft es höchsten bis in die nächste Straßenecke, wo er dann Vergewaltigt wird und seinen Gedärmen Lebewohl sagen kann. Und nach den Erlebnissen, die Sadric miterlebt hatte, kann man wahrlich sagen, dass er Selbstbewusst ist, aber ebenso unnahbar und kalt.
Gentleman - Gibt es so etwas in der heutigen Zeit eigentlich noch? Wohl schon. Und auch nur Frauen - also weiblichen Wesen gegenüber, egal ob Mensch, Vampir oder Lykantroph, ist er sehr charmant, was über sein wahres Ich, seine blutrünstige Ader hinweg täuscht. So gesehen, hat er zwei Seiten, wie eine Medaille.


Schwächen:
Seine Vergangenheit, Familie - Wohl seine größte Schwäche. Sollte man sie auf eine nervige Art und Weise hinterfragen, wird es auch der letzte Rest der Sicherung sein, die in Brand steht.
Stolz ist Sadric wahrlich. Das heißt, sein Stolz würde es nicht zu lassen, vor einem stärkeren Gegner wegzulaufen, nur weil man sterben könnte. Ebenso ist es mit der Magie, dem Silber und allem anderen was ihm gefährlich werden könnte. Er zeigt in solchen Momenten keinerlei Angst und stellt sich mutig, oder Stolz der Gefahr entgegen. Ganz nach dem Motto: Auge um Auge, Zahn um Zahn.
Arroganz legt auch er an den Tag. Etwas, was er sich von seinem Mentor abgeschaut hat und mitunter ziemlich nützlich sein kann, da es in einer gewissen Art und Weise das Selbstvertrauen nur noch unterstreicht.
Ironie ist etwas, dass die wenigsten Wesen gerne hören. Seine Neigung zu einer ironischen Haltung allem Gegenüber ist stark und gleicht reinem Spott, sodass diese Ironie nur noch seine Arroganz unterzeichnet. Mit ein Grund, warum man ihn – sollte man ihn kennen – gerne meidet.
Aggressiv ist der Gute auch noch. Japp, eigentlich ziemlich leicht zu reizen. Auch, wenn er oft selbst daran Schuld hat mit seiner arroganten Ader, die sich durch seinen Körper zieht.
Blutrünstig kann sowohl eine Schwäche, als auch eine Stärke darstellen, wenn man bedenkt, dass diese Fähigkeit einen stärker macht, hingegen schwächer aber in der Verteidigung.


Lebenslauf:

Der Anfang des Regenbogens
Mexiko 1648. Die Morgensonne färbte den weiten Horizont gerade in ein buntes Zwielicht aus roten, orangenen und blauen Farben. Die Hitze, welche den Tag über herrschen sollte war bereits im Anflug und trieb Schweißperlen auf die, von der Sonne gebräunten Haut der Frau, die in den nächsten Minuten ein Kind gebären sollte. Die Frau, deren Name Gabrielle war, nannte ihren zweiten Sohn Sadric.
Sadric aber hatte im Moment seiner Geburt allerdings kein Interesse daran zu wissen, dass er noch einen älteren Bruder hatte, dessen Name Louis war.
Louis, der vier Jahre älter war wie Klein-Sadric, beteiligte sich oft an der Erziehung und Unterhaltung seines kleinen Bruders, den er immer in Schutz nahm und verteidigte. Und, im Gegensatz zu seiner Mutter Gabrielle, war er es, der einmal die Bezugsperson von Sadric sein würde…

Der kleine Bursche, der im ganzen Dorf bekannt war, war ein Raufbold wie er im Buche stand: Er prügelte sich mit seinen Freunden aus Spaß, ärgerte kleine Mädchen, nannte sie dumme Hühner. Typisch für ein Kind seines Alters. Ein Kind seines Alters? – Sechs Jahre ward er, als er zusammen mit seinem Bruder Louis eigene Verantwortung übernehmen musste; denn ihr Vater Alexander war durch die Hand eines Banditen gestorben. Besser gesagt, durch seine bleierne Schönheit, diese kleine, silbern glänzende Kugel, die aus dem Lauf eines Colts schoss.
Alexander, der in einer Bar arbeitete, ließ nicht nur seine Frau und die zwei Söhne zurück, sondern auch eine Tochter, die erst zwei Monate lang das Leben auf dieser Welt und die Freuden des umsorgten Nesthäkchens genoss. Maria Sophiá.

Nun ward es an den beiden Brüdern dafür zu Sorgen, dass die Familie Essen hatte. So kam es, das Louis anfing als Hilfe in einer Bar zu arbeiten und dort den Fremden, wie auch den ortsansässigen Mexikanern mit den schweren Sombreros den Tequilla zu bringen hatte, den sie verlangten. Ein hartes Leben, wie hart, würde seine Familie erst später erfahren…

Sadric hingegen hatte Arbeit in einer alten Kirche gefunden, wo er jeden Abend die Kerzen anzündete und den Staub, wie auch den Sand, der durch die Gläubigen herein getragen wurden, wieder hinaus wischte.
Mit diesem Geld, schafften es die Beiden gerade so, ihre Mutter, wie auch die geliebte Schwester zu ernähren. Sie selbst steckten einiges zurück und waren magerer wie die Anderen. Etwas, was man ihnen als einen Nachteil anrechnen könnte, da die anderen Jungs wohl meinten, ihnen mit ihrer überragenden Stärke eins auswischen zu können – was sie letztendlich auch taten. Immer und immer wieder. Ständig kamen sowohl Sadric, als auch Louis mit Schrammen, Kratzern und Platzwunden nach Hause, die sie sich nicht behandelten. Dennoch gaben Beide nicht auf, denn sie hatten ihren Stolz. Sie waren immerhin die Männer im Haus und mussten Stärke zeigen.

Und das taten sie…


Die schillernden Farbfacetten und ihre Vielfalt
Jahre vergingen, Tage endeten und fingen von Vorne an. Die Sonne ging unter, der Mond ging auf, der neue Morgen dämmerte.

Mittlerweile waren 4 Jahre vergangen, Sadric konnte sich stolz als 12-jähriger bezeichnen, der sich all die Zeit um seine Familie gekümmert hatte. Doch nicht alleine, nein. Auch Louis ward noch am Leben und bereits ein Jugendlicher, der noch immer in der Bar arbeitete, um um das familiäre, leibliche Wohl zu Sorgen. Auch Sadric, den alle nur noch ‚Sad’ nannten, arbeitete dort, da die Kirche von gottlosen Banditen niedergebrannt wurde. Man konnte das Gemäuer nur noch aus alten, verkohlten Ruinen heraus erkennen. Sofern man genug Fantasie besaß.
Und Fantasie schien einigen noch nicht Fremd zu sein. Denn wenige derer, die im Dorf lebten hatten sie noch. Fraglich war nur, welche Art von Fantasie das war…

Es war eine heiße Sommernacht, wieder einmal in dieser Woche arbeiteten die beiden Jungs die halbe Nacht durch. Aber irgendwann hatte der Besitzer der Bar keine Lust mehr und sagte zu Louis, sie sollen nach Hause gehen und nach ihrer Mutter sehen, die an einer schweren Krankheit litt. Zwar murrend und ein wenig sturköpfig stimmte der Junge hinterher ein, sagte aber zu seinem Bruder Sadric, er solle schon einmal vorgehen, da er selbst noch den Müll entsorgen wollte. Mit einem Nicken brachte Sad das vor Schweiß stinkende und vom Staub braun gefärbte Küchentuch zum waschen, weichte es ein, damit es auch ja sauber werden würde. Es brauchte also noch einige Augenblicke, ehe Sadric nach Hause gehen würde. So kam es, das Louis sogar schon gar nicht mehr da war. Und überhaupt, er hatte ihn nach dem Gespräch gar nicht mehr gesehen, obwohl er das bestimmt hätte müssen. Natürlich wurde so einige Minuten überlegt, dann letztlich aber nicht mehr darüber nachgedacht, da Lou sicher schon nach Hause gegangen sei. Was soll´s.

Dann endlich, die Öllampen wurden in der Bar gelöscht - so konnte auch Sadric den Heimweg antreten. Dies war zwar kein all zu weiter Weg, da man ihn durch unzählige Gassen abkürzen konnte, aber in dieser Nacht sollte er umso länger sein…

Warum? – Nun ja.
Sadric ging wie eigentlich jede Nacht diese Abkürzung entlang, warf mit Steinen nach Katzen um diese von alten und vollen Mülltonnen zu verscheuchen, die daraufhin laut rummurrten. Neben diesen katzenhaften ‚Gesängen’ aber, waren es noch andere Geräusche, die die Nachbarschaft zwar wach hielten, aber nicht in besonderer Erregung. Hier und da das Scheppern von Glas, hier ein Schuss der sich aus einer Pistole löste, dort ein Knarren das von einem Muchacho stammte, der seine nächtliche Siesta hielt. Aber im Gegensatz zu ihm, schliefen nicht alle den vermeidlichen ‚Schlaf der Gerechten’ – ganz im Gegenteil. Und eben das war es, was Sadric entdeckte, als er ein eher untypisches Geräusch wahrnahm, dem er auf den Grund gehen wollte.

In den Ohren Sadrics klang es zuerst wie eine Katze, die gerade in tiefer Zuneigung von einem Kater begattet wurde, dann aber wiederum wie etwas, das menschlicher Klang und nasser. Nasser? – Ja, irgendwie konnte Sadric den Schweiß hören der bei jener Arbeit entstehen musste. So, als würde man seit Stunden in die Hände klatschen, während diese bereits vor Nässe trieften. Welcher Anblick sich ihm aber bot, ließ ihm den Atem stocken und das Herz still stehen. Das Klatschen kam nicht von einem Händepaar, sondern von menschlichen Leibern, die in harter Extase ihrer Leidenschaft nachgingen. Was Sadric da sah, hätte er wohl nie für möglich gehalten: Ein Muchacho, über dessen dunkle, braune Haut zusammen mit Schweiß der Dreck seinen Allerwertesten hinunter lief, während dieser Kerl seinen Bruder fickte und dabei seinen Genuss auch noch kundtat.

Augenblicke und Momente, Tage, wie auch Nächte die Sadric zusammen mit seinem Bruder verbracht hatte, liefen in Sekunden an seinem geistigen Auge vorbei, sodass der Junge zu einer Verzweiflungstat regelrecht gezwungen war: Die Flasche Tequilla, die er von seinem Arbeitgeber mitbekommen hatte, zerschlug er an der lehmigen Hauswand, sodass er das scharfe und spitze Glasgehäuse wenige Augenblicke später mit lautem Geschrei in den Rücken des ihm fremden Mannes stieß, ehe dieser sich umdrehen konnte. Der Flaschenhals steckte tief im Fleisch des Mannes, der auch sofort von Louis abließ und nach hinten taumelnd, über einige alte Holzkisten stürzte, wobei er gegen eine Hauswand fiel und sich nicht nur das Glas tiefer in den Rücken trieb, sondern auch den Kopf anschlug.
Louis, der zuerst nicht begriffen hatte was los oder geschehen war, sah – wohl unter einer Art Schock dabei zu, wie dieser Muchacho starb. Gurgelnd rannte Blut aus dessen Mundwinkel, während kalte – nun leblose Augen Sadric anzusehen schienen. Dann sah Louis von diesem Anblick weg, zu seinem Bruder und weitete seine schönen, dunklen Augen, ehe er sich seine Hose hinauf riss und Sadric anschrie.
„Sad! Du Idiot!? Was hast du getan?!...“
Aber eben diese Worte, wie auch das Rütteln am Leibe des Toten um zu sehen ob dieser noch lebte, aber auch den Schlag einer Faust mitten ins Gesicht des Jünglings, schien er selbst gar nicht zu beachten.
Nach jenem Schlag zu Boden gerissen, konnte Sadric sich für Herzschläge einfach nicht von diesen leblosen Augen losreißen. Es war nicht so, dass es ihm Angst oder Ehrfurcht einjagte, im Gegenteil. Er schien in diese Kälte und Leblosigkeit eintauchen zu wollen und sich darin zu suhlen, wie ein Schwein im Schlamm.
Dann, als er seinen Blick von diesen kalten Augen losreißen konnte, wandten sich seine Augenlichter hinauf zu seinem Bruder, zu dem er immer hinaufgesehen hatte, er war ein Vorbild für den Jungen. Dieser Junge aber, sah seinen leiblichen Bruder aus Augen an, die letztlich dem Tod hätten selbst gehören können. Man konnte in ihnen nicht nur Zorn, Hass oder Wut erkennen. Nein, auch Traurigkeit, Enttäuschung und Ekel standen in ihnen mehr als deutlich geschrieben. Die Worte, mit denen Louis ihn anbrüllte schienen regelrecht von einem Ohr rein und zum anderen wieder raus zugehen, ohne das man sie in irgendeiner Weise überhaupt wahrnahm.
Es konnte doch wohl nicht sein, dass sich der eigene Bruder für ein paar Mickrige Geldscheine an Andere verkaufte! Das ging einfach nicht und wollte einfach nicht in Sadrics Schädel rein. Das Klappte nicht, das würde einen Kurzschluss verursachen – den Zweiten in dieser Nacht.


Das Ende des Regenbogens
Seit jener Nacht hatte sich einiges verändert.
Natürlich ging noch immer morgendlich die heiße Sonne auf und abends wieder unter, dennoch, war es nicht mehr dasselbe.

Sadric, der zwar immer noch in der Bar arbeitete und sich dort sein Geld verdiente, war nur noch selten zu Hause, was er aber wieder wett machte, indem er einer zweiten Tätigkeit nachging: Zusammen mit einem Freund, der Miguel hieß, half er einigen fremden Leuten dabei, Waffen zu verkaufen, an solche, die interessiert waren. Das brachte eine Menge an Geld ein und ihm war es egal, das er so weder Louis noch seine Mutter oder Schwester oft sehen konnte. Denn solange Louis in dieser Familie war, wollte er mit dieser nichts mehr zu tun haben. Dennoch brachte er jeden Abend brav das gesammelte Geld zu seiner Mutter, damit wenigstens sie und Marie Sophiá ein halbwegs angenehmes Leben hatten.
Im Gegensatz zu Sadric, arbeitete Louis nicht mehr in der Bar, nein. Der mittlerweile 23 Jährige war in ein schmutziges Geschäft eingestiegen und schaffte nun alten und bierbäuchigen Mexikanern junge Weiber heran, sodass diese ihren Spaß haben konnten.

Sadric wusste schon lange davon, dass sein Bruder in solch einem Etablissement mitwirkte und dabei selbst seinen Spaß haben würde – im Gegensatz zu ihrer Mutter. Sad waren eben diese Tatsachen schon seit längerem ein Dorn im Auge, der einfach nicht damit aufhörte sich tiefer hinein zu bohren und Schmerz empfinden zu lassen. Eifersucht? – Auf was? – Darauf das Louis wieder und wieder irgendwelche minderjährigen Mädchen durchvögelte? Oder das er sich das erlauben konnte? – So ein gequirlter Scheiß. Der junge Mann, zu dem Sadric mittlerweile heran gewachsen war, konnte einfach nicht begreifen weshalb ausgerechnet er, Louis, sein Bruder, Spiel- & Weggefährte, außerdem noch Vorbild eines kleinen Jungens, so etwas machte, sich so in den Dreck ziehen ließ.

Dreck? – Ja, so viel Dreck, dass es Lou – den man im Dorf und Umgebung nur noch als ‚Big Lou’ kannte – bis zum Hals stand. Und irgendwann war es soviel Schlamm und Dreck gewesen, das man ihn hatte darin begraben müssen… Sechs Fuß unter der Erde. So tief, dass nicht nur Schwester Maria oder Mutter Gabrielle am Grabe des ‚Big Lou’ standen, sondern auch Sadric. Jetzt, wo sein Bruder so tief unter der Erde lag, konnte es ihm Gleich sein. Aber während Mutter und Schwester um den verlorenen Sohn oder Bruder weinten und im gleichen Atemzug sagten, sie würden ihn lieben und nie vergessen, war es Sadric, der eine Flasche Tequilla auf den Sarg warf in Erinnerung an jene Nacht, als dieser hinunter gelassen wurde und dabei – nicht nur sich selbst, sondern auch dem Rest der Anwesenden – kundtat, das Louis nicht sein Bruder sei, war oder jemals hätte werden können. Natürlich löste das nicht nur Entsetzen bei der Nachbarschaft, wie auch Familie aus, sondern auch Missverständnisse, Gerüchte und Lügen.

Gerüchte, die besagten er wäre ein Zuhälter gewesen, brachten Gabrielle zur Verzweiflung. Ein Jahr später ging sie von ihnen. Sie hatte sich an einem Strick, den sie an einem Balken in ihrem Schlafzimmer gebunden hatte, erhangen. Die kleine Maria, die mittlerweile ein junges Mädchen war, hatte sie gefunden und war in einen Schock verfallen, sodass sich der nun 24-jährige Sadric um seine sechs Jahre jüngere Schwester kümmern musste und eine Arbeit nach der anderen aufgab, nur damit sie nicht alleine sein musste oder diese schrecklichen Bilder vor Augen hatte. Bilder, die dennoch nie wichen.


Salziger Regen
Monate vergingen, in denen sich Sadric nicht nur um Maria Sophiá kümmerte, sondern auch um seine Mutter trauerte, die nur wegen Louis gestorben war. Wie er sich einredete. Er wusste was er zu tun hatte um seine Mutter zu rächen, sie in Zukunft in Frieden ruhen zu wissen: Er würde den jenigen finden, der Louis ermordet und wie ein geschlachtetes Schwein zurück gelassen hatte.
Weitere Wochen strichen ins mexikanische Land, ehe Sadric auch nur den Ansatz einer Spur auf jenen unbekannten Mörder hatte, der für den Tod seiner Mutter, wie für auch Louis´ verantwortlich war.
Er war kurz davor gewesen, diesem schwarzhaarigen Schönling einen Dolch in den Rücken zur rammen und ihn nieder zustechen. Aber etwas hatte ihn abgehalten: Im gleichen Moment hörte er den Schrei einer ihm bekannten Stimme. Es war seine Schwester die er hatte schreien hören. Und es war kein Freudenschrei, sondern ein Schrei von Schmerz gepeinigt, von Angst zerfressen und Hilflosigkeit übermannt. Das und nur das war der Grund gewesen, warum er von dem Mörder seines ehemaligen Bruders abließ und zurück lief, quer durch das Dorf, durch staubigen Sand und schnellstmöglich nach Hause.

Nun, vier Tage nach dem Vorfall, der sich ereignet hatte, nach dem Schrei der kleinen Schwester, hatte sich Sadric aufgerappelt. Er, der seine Schwester hatte blutend vorgefunden, wie sie mit einem Lächeln auf den Lippen ihm entgegen blinzelte, hatte es nun endgültig geschafft. Etwas war in ihm gestorben, zusammen mit seiner kleinen Schwester, die – welche in seinen Armen gestorben war – ein letztes Mal gelächelt hatte. Es waren eingetrocknete, salzige Tränen die sich über seine braunen, vor Staub dreckigen Wangen gezogen haben und bis zu diesem Augenblick, den Boden benetzt hatten. Der Boden, auf dem der sein Leben geben würde, der für all das Verantwortlich gewesen war: Damon del Elrado, der Mann, der nicht nur Bruder und Mutter auf dem schmierigen Gewissen hatte, nein, sondern auch die über alles geliebte Schwester! Und eben das war zu viel.

Viel zu viel, so viel, das nicht nur eine Sicherung rausflog, nein, sondern das Kabel und Drähte soweit durchschmorten, das sich Sadric auf offener Straße auf diesen Damon warf und die Kehle aufschlitzen, und ihn in seinem eigenen Blut baden sehen wollte. Mitansehen wie er an seinem Blut qualvoll erstickte.

Aber irgendwie wollte das nicht so einfach laufen wie Sadric es sich erhofft, oder gedacht hatte. Denn dieser Damon schien zum ersten nicht nur Stärker zu sein wie er aussah, sondern auch viel Schneller. So schnell, das Sad gar nicht wusste wie ihm geschah, als er letztendlich aus einer Bewusstlosigkeit in einer Seitengasse aufwachte und in das grinsende Gesicht Damons blickte, der sich gerade über die dreckig-gelben Zähne leckte.
Diese Zähne, sie glichen mehr Fängen eines Tieres, die eines räudigen Köters, der nächtlich seinem Opfer die Kehle mit Genuss durchbiss. Das schlimme daran: Nicht menschlich. Dieser Damon war gewiss nicht menschlich, wie Sadric mit geweiteten Augen erkennen musste. Er sah mit an, wie sich dieser Mann in der Abenddämmerung zu einem Tier wandelte, das über 2 Schritt Stockmaß besaß und von ungeheurer Stärke war. Hungrige Augen, in denen der Tod lauerte und die Freude an der Angst Sadrics Einzug hielt, blickten den jungen Mann an, ehe das Tier, welches einem Wolf ähnelte, auf ihn los ging. Natürlich wehrte sich Sadric nach Leibeskräften…


Der Goldtopf am Ende des Regenbogens
Es wurde hell, da, ein Licht! Das Licht! Am Ende eines dunklen Tunnels…
Die Augen wurden zusammen gekniffen bei diesem grellen Licht, ein paar weitere Male geblinzelt, ehe man die Hand vor Augen hielt und somit angenehmen Schatten spendete, dank welchem man die Augen endgültig öffnen konnte. Sadric sah direkt in die aufgehende Morgensonne, die ihre warmen Strahlen erneut über das Dorf legte. Es war ruhig und nur ein laues Lüftchen wehte, wollte es wohl denen, die Siesta hielten, angenehmer gestalten.
Der junge Mann wollte sich aufsetzen, sich auf seinem linken Arm abstützen, ehe er vor Schmerz zusammen zuckte und zurück sackte, in einen Haufen zerschlagener Kisten…

Es war die Seitengasse gewesen, wo er diesem Tier begegnet war, erkannte er nachdem er sich umgesehen hatte und nach der Ursache seines Schmerzens suchte. Diese Suche endete, als seine Hand an seiner rechten Schulter entlang strich und eine alte Fleischwunde, die scheinbar schon lange offen lag, berührte. Das Blut darum war eingetrocknet, und es rann auch keines mehr aus der Wunde – obwohl sie recht tief war. Es schien, als sei diese Wunde nicht nur ein paar Tage alt, sondern auch, als sei sie bereits am verheilen. Sehr seltsam, wenn man Tiefe beachtete und den Schmerz der damit verbunden war und Sadric regelrecht am aufstehen hinderte. Aber er schaffte es.

Endlich stand Sad wieder auf seinen Beinen, ein wenig benommen und wackelig zwar, aber er konnte sich halten.
Jetzt erst versuchte er sich daran zu erinnern, was überhaupt geschehen war. Mit dem stechenden Schmerz in seiner Schulter zuckten immer wieder Bilder von seiner Erinnerung an seinem geistigen Auge entlang und so langsam erinnerte sich – begriff aber nicht.
Bilder die ihm nicht nur den toten Leib seiner Schwester und Mutter vor Augen riefen, sondern auch welche von diesem Tier, das über ihn hergefallen war wie ein Rudel hungriger Wölfe. Wölfe? – Der war gut. Es war immerhin nur einer gewesen. Diese Tatsache ließ ihn immer wieder zum stehen kommen, damit er nicht erneut das Bewusstsein, aufgrund seines Blutverlustes, verlor.

So hangelte er sich Schritt für Schritt an einer Hauswand entlang, um letztlich auf die offene Straße zu kommen, wo ihn auch direkt einige neugierige Blicke trafen. Blicke, die nicht wirklich Hilfsbereit aussahen. Aber Hilfe wollte Sadric nicht, er wollte lediglich eines: Er wollte wissen was geschehen war und ob dieser Kerl, Damon, nun endlich tot war und seine gerechte Strafe verdient hatte. Also taumelte Sadric zu der Bar, in welcher er Jahre lang zusammen mit Louis gearbeitet hatte, um sich einige Informationen von Leotte alias Leo zu holen, der, der die Bar besaß.

Und nachdem dieser ihm nur sagen konnte, das man Sadric überall suchte, da er des Mordes an Damon del Elrado schuldig gesprochen wurde. Im Klartext hieß das also, er war tot. Dabei war es Sadric egal, ob er nun durch seine Hand, oder die eines Anderen gestorben war. Hauptsache, tot. Aber etwas in ihm sagte, das es nicht sein konnte.

Dank der Tatsache aber, das er des Mordes beschuldigt wurde, war Sadric dazu gezwungen sich erst einmal zu verstecken; und das bei Leo, der ihm netterweise für diesen einen Tag seinen Schutz anbot – unter guten Freunden eben.
Dort, in der Hinterkammer dieser Bar, verbrachte Sadric auch den ganzen Tag und verband sich notdürftig die tiefe Fleischwunde an seiner Schulter, wobei er bemerkte, das diese mehr nach einer Bisswunde aussah, als sonst wo nach. Er ruhte sich also diesen Tag lang aus, tat nichts, außer über Geschehenes nach zudenken und aus dem trüben Fenster auf die Straße zu blicken, wo auch langsam wieder der Abend dämmerte und seine dunkle Nachtdecke über das ganze Dorf legen sollte.


Sehnsucht, Gier und ein leerer Topf
Die Nacht hatte Einzug gehalten, die Grillen zirpten bereits, als Sadric sich von dem hölzernen Stuhl erhob und sich gerade daran machte die Türe zu öffnen, als eben jene besagte Tür mit einer gewaltigen Wucht aufflog und an die gegenüberliegende Wand geschmettert wurde. Die Scharniere waren heraus gerissen und das Holz der Türe zersprungen.

Sadric, der zur Seite gesprungen war aus Vorsicht, wusste, das es nur einen geben würde, der dies Zustande brachte: Damon del Elrado. Und dieses Tier war es tatsächlich, als hätte Sad es geahnt, dass dieser Mistkerl noch lebte. Er hatte ihn gerochen. Er hatte ihn tatsächlich gerochen, auch, wenn er sich hatte selbst nicht erklären können, aber er wusste, dass irgendwas mit ihm geschehen war, seitdem er Damon das letzte Mal getroffen hatte.

Und nun war es wieder soweit: Sadric stand Damon gegenüber und knurrte diesen aus Reflex an, während Damon sein selbstsicheres und amüsiertes Grinsen auf den Lippen trug, das ihn nur umso unsympathischer machte. „Na, na. Nicht so aggressiv, Hündchen. Du weißt doch, wieso ich hier bin, Sadric.“
Es waren nur diese paar Worte, die Damon an Sadric gewandt hatte, ehe dieser auf den jungen Mann zuging und seine Fingerkuppen über der rauen, stoppeligen Wange entlang streichen ließ. Irgendwie voller Zärtlichkeit und Liebe, wie ein Vater zum Sohne, so Stolz der Blick Damons. Doch Sad´s Vater war vor vielen Jahren gestorben, so also verengte er seine dunklen, braunen Augen zu Schlitzen und sah ihn so, nicht nur mit Hass oder Zorn an, sondern ebenso mit Stolz und einer gewissen Kraft in seinen Augen. Es glich einer Warnung, nein mehr einer Drohung, die Damon jedoch entweder nicht verstand, oder aber ignorierte. Denn er sprach weiter, nachdem er seine Hand zurück genommen hatte und Sadric nun langsam umkreiste.
„Merkst du es nicht? – Wie du von mir angezogen wirst? Wie Gut es dir in meiner Gegenwart geht, welch Kraft dich durchflutet. Du weißt es, Sadric… Und es gefällt dir…“ Die letzten Worte in Sadrics Ohr gehaucht, schritt dieser zwei Schritte in windes Eile von Damon fort, fuhr ihn, wie ein kläffender Hund an. „Spinn nicht rum, Damon! Du bildest dir sonst was ein. Du hast kein Recht dazu, mich zu umgarnen. Du warst es doch, der mir meine Familie genommen hat, ihnen das Leben nahm… wieso hast du meins verschont?!“

Ein Lachen entglitt der rauen Kehle von Damon bei dieser Frage, erst dann grinste er erneut, während Sadric nicht zum Lachen zu Mute war. „Och Sadric, mein Sohn… deine Familie? – Die brauchst du nicht mehr. Ich bin deine Familie, dein Lehrmeister und Mentor. Ich weiß was du willst, was du brauchst und wonach du dich sehnst…Nach unendlicher Macht, nach Stärke und Gewissenlosigkeit… weißt du nicht mehr? – Dieser Kerl, der deinen Bruder fickte, seine Augen. Bist du nicht in ihnen versunken? Hast du dich nicht in den Tod verliebt? Doch. Natürlich hast du das. Man sieht es dir an, diese Kälte in deinen Augen, dieser Hass in deinem Herzen, diese Kraft in deinen Armen… Du wirst zu dem, was du immer sein wolltest. Du bist mein Kind, mein Sohn und von meinem Blute… Sadric..“

Es verging etwa eine Stunde und letztendlich trat Damon erhobenen Hauptes aus dem Hinterzimmer hinaus in die Bar, wo nicht nur die Gäste seltsam drein blickten, sondern vor allem Leotte, denn Sadric folgte, als sei er ein kleines Schoßhündchen und wurde an der Leine geführt. Denn das war sicher nicht seine Art, sich herum kommandieren zu lassen, nein. Er müsste es aus freien Stücken tun, dem Mann zu folgen, der seine gesamte Familie um ihr Leben gebracht hatte – und auch ihn, das begriff er so langsam.

Nicht ganz so langsam war die Verletzung an seiner Schulter verheilt, die noch vor wenigen Stunden offen unter einem Verband da lag.

Sie gingen, Damon, der Sadric mitnahm, nicht nur als Herr, sondern mehr als Lehrmeister, denn das, was die beiden besprochen hatten, sollte für menschliches Gehör verwehrt bleiben. Es ging um Sadrics Zukunft, sein Wesen und sein Dasein. Dieses Tier mit Namen Damon hatte Sad erklärt, das er einer von ihnen sei, von den Wölfen, die nicht nur Schafe reißen würden, sondern auch Menschen und das mit Vorliebe. Aber nicht nur diese Wesen, sondern auch anderes Getier.


Die Legenden um den Regenbogen
So vergingen wieder Jahre, in denen Sadric von seiner Art – seiner Familie erfuhr und deren Feinden, den Vampiren. Aber auch von der Magie.

Damon lehrte seinen Schützling die Wandlung in einen Wolf, dessen Größe alle Menschen überragte, im Volksmund nannte man sie Werwölfe. Geschöpfe, die nicht nur eine ungeheure Schnelligkeit, sondern auch Kraft besaßen. Wesen, die sich bei Vollmond in ihr wahres Ich verwandelten.
Sadric lernte zu jagen, sich von frischem Fleisch zu ernähren, die Verwandlungen zu kontrollieren, sodass er wusste, was er in seiner Wergestalt getan hatte oder das er zumindest wusste, dass er sich verwandelt hatte. Er erlernte ebenso diese Kaltblütigkeit zu lieben, ebenso zu Leben. Leben, das war auch etwas, was Sadric letztendlich verstehen musste, war nicht immer das Beste. Der Tod hingegen eine Erlösung.

Etwas, was wohl eher untypisch für ein Wesen seiner Art war, sollte Sadric am Ende ebenso erlernen mit der Hilfe seines Lehrmeisters: Die Verwandlung in einen schwarzen Wolf bei Nacht, der jedoch keinerlei Verteidigung hatte.

Weitere Jahre vergingen in denen er sein Gewissen ganz begraben hatte und sich das nahm, was er wollte, das aus dem Weg räumte, was ihn störte. Und im Grunde hatte er Damon zu Danken, denn dieser hatte die Wahrheit gesagt, er war das, was Sadric immer sein wollte: Ein Vorbild, Stark, Schnell und Unerschütterlich. Stolz, voller Ehre und Intelligenz. Das alles hatte Damon, einer der Ältesten ihm geschenkt. Er hatte Sadric viele Geschenke gemacht. Jetzt ward es an Sadric seinem Mentor ein Geschenk zu machen. Denn es gab etwas, was Damon sich wünschte: die Erlösung von diesem unmenschlichen Dasein. Und das durch die Hand seines Sohnes.

So kam es, das eines Nachts, während der volle Mond am Himmel stand, es die rechte Hand war, deren unbändig lange Krallen im gewandelten Leib von Damon steckten und mit einem kräftigen Ruck, dessen Herz heraus riss und ihm so das Leben nahm. Ein letztes Mal wandelte Damon sich zurück in den Menschen der er einmal gewesen war, vor vielen Jahrhunderten, ehe er den letzten Atemzug nach einem stundenlangen Kampfe tat.

Nicht nur den Sieg über Damon, sondern auch den Verlust des Vaters beheulte der junge Werwolf in dieser Nacht unterhalb des Mondeslichts bis zum frühen Morgen.

Von jenem Zeitpunkt an, ward er unterwegs gewesen, hatte Mexiko verlassen und seine Vergangenheit, zusammen mit seinem Erinnerungen begraben. Er würde in die Zukunft hinein leben, aber von der Gegenwart gejagt werden für all die Verbrechen, die er in Jahrhunderten sich zu Schulde hat kommen lassen: Morde an kleinen Kindern, an Leuten die ihn falsch angesehen hatten, an Menschen, die ignorant waren und an Vampiren, die noch immer versuchten, die Lykaner zu unterdrücken. Aber sie hatten nicht mit Sadric gerechnet. Der als ‚Deathwulf’ bekannt geworden war in der Presse. Mittlerweile gilt er als eine Legende, da es seit Jahrhunderten nicht endet, dieses Morden. Aber er hat gelernt damit umzugehen, sich zu verstecken, er wurde Stärke rund Schlauer. Ein Überlebenskünstler.


Der Klang der Farben
Aus einem alten Plattenspieler ertönte zuerst Stille, dann ein leises Kratzen. Erst dann fing die Musik an ihre aufweckenden und markerschütternden Melodien von sich zu geben. Sie ging ins Blut. Man bekam eine Gänsehaut.

Sadric, der in einem alten Cheselong lag und Mozart hörte, hatte ein Gefühl für tiefgehende Musik bereits im Kindesalter entwickelt. Jedes Mal, wenn er beim heiligen Vater in der Dorfkirche war und dort den Proben des kleinen Chores und der alten Orgel gelauscht hatte, fand er den Takt und schien ihn zu einem Teil von sich zu machen.
Über viele Jahre hinweg, bis zu diesem Tage ward er zu einem Freund der Melodie geworden – man mag es zwar kaum glauben- doch ist es aber so. Besonders Beethovens 9. Sinfonie hatte es dem jungen Mann angetan. Diese gewisse Stärke darin – dieser Drang und diese Traurigkeit, die von der Kraft der Musik übertönt wird… Einfach unbeschreiblich. Beethoven war wahrlich ein Meister seines Faches.

So kam es, dass der gute Sadric eines Tages zu sich selbst meinte, er würde das auch können, er würde an diesen Meister rankommen… Und so lernte er. Ja, er lernte das spielen am Klavier, bei einer Lehrerin namens Chantal Cortez. Eine rassige Mexikanerin, die nicht nur eine schnelle Zunge, sondern auch flinke Fingerchen hatte – zumindest was das Spielen am Klavier anging. Ob es jemals weiter ging? – Ob sie im Bett landeten? – Nein. Sicher, Chantal hatte Andeutungen gemacht, ihn sogar fast schon dazu gedrängt – aber in diesem Jahr, lebte er nur für die Musik. Es ging sogar soweit, dass er seinen Kontakt zu einem Hausmeister eines Theaters ausnutzte, um des Nachts an einem Piano spielen zu können. Anfangs waren es einfache Stücke, mit denen er übte. Aber je länger er dies tat und je mehr Herzblut er darein steckte, desto besser wurde er. Am Ende war er so weit, dass er die 9. Sinfonie Ludwigs Van Beethoven nachspielen konnte. Und das Perfekt.
Jeden Tag hörte man ihn spielen – die Nachbarinnen konnten ihre Uhren nach diesem Mann stellen, denn jedes Mal um Punkt 15 Uhr fing er an zu spielen. Er komponierte letztlich sogar selbst ein paar Stücke – die er jedoch nie Veröffentlichte. Aber irgendwann ging es dann nicht mehr – Sadric hatte ein kreatives Aus und wusste nichts mit seiner Zeit anzufangen. Das ging zwei, vielleicht auch drei Jahre so, in denen er Unterricht an der Violine nahm. Ein alter Freund von ihm – er hieß Charles – und gehörte zu einem Orchestra, welches des Öfteren in London spielte.
Charles Allerdings verstarb etwa neun Monate später, bei einem Unfall. Er war auf dem Weg ins Krankenhaus, zusammen mit seiner hochschwangeren Frau – die ihr Kind bekommen sollte. Ein Lastwagen fuhr direkt in den Viersitzer hinein. Der Fahrer am Steuer des Lkws war eingeschlafen… Etwas, was heut zutage ganz natürlich ist. Damals aber, war es so, dass Sad an seinem Freund hing – er war bisweilen der einzige Mensch gewesen, mit dem er hatte reden können ohne irgendeinen Zwang.

Zwei Wochen war Pause. Alles lag brach. In der geräumigen Dachwohnung sah es aus, als hätte eine Bombe eingeschlagen. Zerknüllte Zettel und Blätter lagen herum. Zigarettenstummel und leere Milchflaschen. Nicht einmal die wilde Vollmondnacht hatte ihn zurückholen können.

Dann ein Anruf. Er dauerte nicht sehr lange, aber eines war klar: Sadric hatte neuen Willen gefasst und packte seine sieben Sachen ein, darunter ein Hut, eine Schachtel Zigaretten und die Violine, die ihm die Mutter von Charles vermacht hatte. So machte er sich auf den Weg zum Flughafen. Und von dort – Griechenland - aus, flog er nach England, wo er in Edinburgh zu einem Sponsor gehen sollte – der seine Werke zufällig in bei kleinen Auftritten gehört hatte. Und er war begeistert. Dieser Mann hieß James und verschaffte Sadric so einige Auftritte in Theatern, wo er sein Können am Piano, wie auch an der Violine beweisen konnte. Ein, zwei Lieder konnte er sogar verkaufen.
Aber irgendwie, war das nicht das, was Sadric sich vorgestellt hatte – auch, wenn er so Zeit hatte um sich der Musik zu widmen, wobei er lernte Gitarre zu spielen und seine Stimme einzusetzen – immerhin ist sie sehr Aussagekräftig. Dennoch hatte er irgendwann keine Lust mehr darauf und zog durch die Straßen Londons, wo er eine neue Bleibe gefunden hatte. Er hielt sich dort auch einen Hund – einen Golden Retriever der sehr Anhänglich war. Er taufte ihn auf den Namen Damon. Und mit diesem ging er natürlich auch täglich hinaus, in den Park um mit dem Rüden zu spielen – besonders gerne aber schwamm Damon, damit er sein Herrschen nass machen konnte – das liebte er. Wahrscheinlich wusste der Hund es sogar – was Sadric war, ein Wolf, sein Verwandter. Vielleicht war es deshalb so eine enge Verbindung, welche die Zwei miteinander teilten.

Und auf einem Abend - wo er mal ohne Damon unterwegs war - lernte Sadric eine junge Dame kennen, dessen Name Isabeau war. Eine wunderbare Frau – die wusste was sie wollte. Auch stellte sich nach einigen Treffen raus, dass sie viele Vorlieben teilten – und sie schien sogar Damon sympathisch zu sein. Sie verbrachten recht viel Zeit miteinander, durch welche sich eine tiefgehende Freundschaft entwickelte. Und weil sie nicht nur eine gute Freundschaft pflegten, sondern auch die Liebe und das Talent zur Musik, das ihnen gegeben worden war, gründeten sie zusammen eine Band, die man ‚Sadness’ taufte. Der Name bestand aus den Spitznamen der Beiden, die sie sich gegenseitig gegeben hatten.

Die Band setzte sich aus Sadric welcher den Gesang übernahm und Isabeau die E - Gitarre wie auch die Violine. Gleichzeitig konnte man aber auch sie beim singen hören. Später stießen Jason für die Drums, Wilbur am Bass und William am Keyboard zur Band hinzu. Die Fünf verstanden sich sehr gut und es machte ihnen nichts aus, das sie in der Anfangszeit nur wenigen Goth – Clubs im Londoner Underground auftraten. Im Gegenteil, es schweißte sie fest zusammen. Umso schöner war es dann, als sie von sich behaupten konnten, in der Szene überaus bekannt zu sein. Aus eigener Kraft heraus produzierten sie ein Album welches sich unter den Fans gut verkaufte und auf diese Weise wurden sie auch in der Goth Szene in ganz Europa bekannt. Es folgten einige kleinere Clubtouren in Englang und später eine Europaweite Clubtour.

Alles schien perfekt zu sein…
Wäre da nicht ein gewisser Wolf gewesen, der Unbedingt zu Vollmond raus wollte und Sadric so daran hinderte, zu einem Konzert zu erscheinen. Er musste dem Tier in sich nachgeben und kehrte erst nach Stunden wieder zurück – nachdem er einem Jugendlichen die Eingeweide hinaus gerissen hatte und sich an dessen Fleisch satt fraß.
Er hatte eigentlich vorgehabt, sich eine gute Ausrede dafür zu überlegen, und im Grunde war sie auch perfekt – wäre da nicht seine Freundin Isabeau gewesen. Er konnte sie nicht belügen und so erzählte er dieser davon, was er war, was er tat und wie er damit lebte. Auch erfuhr sie durch ihn, das er der gefürchtete ‚Deathwulf’ sei – was in ihr Entsetzen hervor rief. Nein, das hatte sie wahrlich nicht von ihm gedacht – auch, wenn sie ihm erzählte, dass sie bereits von seiner Wergestalt wusste. Es war eine seltsame Situation, die Isabeau nicht mit ihrem Denken vereinbaren konnte. So kam es, dass sie beschlossen, dieses Album zu einem Hit zu machen, ehe sie sich trennen wollten. Und es klappte. Das letzte Konzert war das erste und einzige Open Air, was ein großes Ereignis wurde und Höhepunkt der Tour darstellte. Sie hatten es geschafft – sie waren ganz oben and er Spitze angelangt… mussten den Fans aber mitteilen, das sich nach dieser Tour ‚Sadness’ auflösen würde. Ein fürchterliches Geschrei folgte, zwei, drei Mädels wurden Ohnmächtig. Aber selbst das konnte nichts an der Entscheidung aufzuhören ändern. So ging Isabeau, nach diesem Konzert, als sie ihre Sachen gepackt hatte.

Seltsam. Kaum war Isabeau weg, erfasste ein eigenartiges Gefühl Sadrics Herz, was er bis dato nicht kannte. Jedenfalls nicht so intensiv. Schmerz – Sehnsucht. Ja, es war schmerzlich, das die beste Freundin einen verließ, weil man das war, was man nun mal war und nichts dafür konnte… aber Sadric nahm es hin… Natürlich darauf bedacht, dass der Briefkontakt zu ihr nie abbrach.

„My Dear Ness,

Es freut mich jedes Mal aufs Neue deine Zeilen zu lesen
und durch diese deine Nähe spüren zu können. Sie ist mir wichtig.
Im Grunde sind es nur noch deine Briefe, die mich hier halten,
in diesem Leben. Nein – fühl dich bitte nicht unter Druck gesetzt,
das möchte ich nicht.
Ich möchte lediglich, dass du weißt,
wie sehr du mir als gute Freundin hilfst und fehlst.
Noch heute vermisse ich die Zeit mit dir auf der Bühne.
Es war einfach großartig. Ich hoffe du spielst auch weiterhin Violine.
Deine Melodien sind so unsagbar süß… einfach unvergesslich.

….

Es tut mir Leid meine Liebe, aber ich muss nun Schluss machen.
Beim nächsten Mal, werde ich mir mehr Zeit nehmen – nur für dich.
Aber ich muss nun weg, ins Londoner Palladium…
Erinnerst du dich? – Ich habe dort einen Auftritt.

Ich denke an dich.

Dein Freund
Sad“



Der bittere Duft von Gold
Sadric war wegen eines Konzertes nach Paris geflogen, nachdem er sich für einige Monate eine Pause gegönnt hatte – zu Hause, in Mexiko. Er hat sich dort einen eigenen Wohnsitz erbauen lassen, wo er zur Ruhe kommen konnte. Wovon? – er war über die Jahre hinweg mit seiner Musik weit nach Oben gekommen und zählte zu den Größten im Bereich der klassischen Musik. Er gab Konzerte, eröffnete viele Events oder Veranstaltungen. Die Konzerte waren ausverkauft, die CDs verkauften sich im Nu.
Und dort – in der Hauptstadt Mexikos, fing er auch an, eine kleine Hundezucht aufzuziehen, mit seinen eigenen Haustieren: dem Rüden Apollo und der Hündin Alisya, zwei reinrassige Bernersennenhunde.
Alisya hat Sadric im Übrigen mit nach Paris genommen, da er die junge Hündin nicht alleine lassen wollte bei dem Rüden – das erschien ihm dann doch ein wenig unpassend. Wer weiß was die beiden da, wie oft und ohne Grenzen trieben.

In Paris bezog der Wolf dann das Hotel Four Seasons, in dem es sich doch ganz gut gehen ließ. Die Zimmermädchen hatten was, und der Essensdienst war äußerst pünktlich. Da gab man doch gerne ab und an mal ein kleines bisschen Trinkgeld mehr.
In der ersten Nacht, wie er Paris erreicht hatte, war er auf einen kleinen Streifzug gegangen, der ihn bis hin zur überall bekannten Notré Dame geführt hatte. Warum er geradewegs diesen Weg eingeschlagen hatte? – Zuerst wusste es der Wolf selbst nicht genau und hatte auch nichts Näheres im Sinn, bis er aber eine bekannte Duftnote wahrnahm: die eines Vampirs. Mit einem freudigen Grinsen auf den Zügen zögerte der Wolf keine Sekunde lang dieser Hure der Nacht einen guten Abend zu wünschen – blieb nur die Frage, wie er auf das Gelände kommen sollte, welches nachts für Besucher gesperrt war. Aber, wozu hatte man denn zwei helfende Engel an seiner Seite? – genau, diese nutzte Sadric nämlich und schoss einem der beiden Wachmänner, die sich an einem Seiteneingang befanden, in den Kopf, und dem anderen brach er das Genick, als er auf Sadric losgehen wollte. Er kam nicht mal mehr dazu Verstärkung zu rufen.
Der Weg war frei – einmal tief in die Hocke gegangen, sprang der gute Sad hinauf auf das Metalltor, sah sich für einen Moment um, um sicher zu gehen das ihn niemand beobachtet hatte – und sprang dann an der anderen Seite wieder hinunter. Er war sicher keiner dieser elendigen Feiglinge, die sich den Schatten der hohen Mauer zu Nutzen machte, nein, er schritt geradewegs den Weg entlang, der ihn direkt zu den großen Eingangstoren der Kirche führte – näher zu dem Vampir, der sich letztlich als eine Vampirin herausstellte, mit der er in den nächsten Minuten noch einigen Spaß gehabt hatte. Er roch ihre Angst, diese Unsicherheit – etwas, was er liebte. Kaum die Zigarette weg geschnipst und wie eine Made am Boden ausgetreten, wollte er eigentlich der Vampirin an den hübschen Kragen gehen, nur Leider kam da jemand ein wenig unerwartet hereingeplatzt. Eine junge, blonde Frau, die sehr neugierig darauf war, was die schwarzhaarige Vampirin und der Musikus dort zu suchen hatten. Gut. Es blieb ihnen also drei Optionen. Die erste wäre gewesen, offen da zulegen, das er ihr gerade den Hals umdrehen wollte, was aber nicht sonderlich klug gewesen wäre – die zweite wäre gewesen, zu Schauspielern und sich irgendeine Geschichte einfallen zu lassen, in der Hoffnung die vampirin spielte mit, und die letzte war es, sich einfach in Schweigen zu hüllen und alles zu leugnen. Auch nicht viel besser. Sadric griff auf Möglichkeit Nummer zwei zurück, redete etwas von einer Verstorbenen Mutter und sprach die schwarzhaarige Vampirin als Schwester mit dem Namen Angel an – wie sehr er mit der Namensgebung Recht hatte, wusste er bis dahin noch nicht. Glücklicherweise spielte die Vampirin mit, sodass die Blondine hinters Licht geführt werden konnte. Zuerst schien alles ganz normal zu verlaufen, ein Gespräch unter Fremden, die sich nahe einem Friedhof treffen. Die alten Floskeln… und das ergiebige ‚Mein Beileid’ gab es wie Oft zu hören in den paar Minuten, in denen Sadric und ‚Angel’ die Geschwister spielten, er sie sogar tröstend in den Armen hielt. Aber dann folgte etwas sehr seltsames – zwei weitere Werwölfe tauchten an den Toren zu Notré Dame auf, sie waren Sadrics Spur gefolgt. Er konnte wittern, dass eines von den Beiden Artverwandten ein Weibchen war.
In der Nähe konnte man dann eine ganze Wagenkolonne an Autos herbei fahren hören – sie hielten vor den Mauern der Kirche und stiegen es aus. Es waren viele – man hörte es deutlich an den Schritten und den Autotüren die sie zuschlugen.
Und? – Was hatten sie vor? – Sadric wusste es genauso wenig, wie die Vampirin in seinen Armen, dafür aber schien das Blondchen ganz genau zu wissen, was da vor sich ging. Denn diese – deren Name Samantha war wie sich aus dem vorangegangenen Gespräch herausstellte, stellte sich fast schon schützend vor die beiden und ergriff das Wort, als die Meute auf die drei Personen zu gestampft kamen – und das nicht gerade leicht bewaffnet. Ein seltsames Gespräch folgte, von dem Sadric keine Ahnung hatte was da abging – es klang aber ganz eindeutig nach russischer Mafia. Aber was die von dieser Samantha wollten – er wusste es von Anfang an bis zum Ende hin nicht. Im Übrigen kam das Ende recht schnell – denn diese Russen zögerten nicht lange und fingen an wie wild in der Gegend herum zu ballern – Samantha gelang es aber einen großen Schild vor sich, so wie Sadric und ‚Angel’ zu ziehen, ehe sie großartig verletzt wurden. Lediglich zwei Kugeln trafen – die eine in das Bein Samanthas, die andere Sadrics rechten Oberarm, als er die Kugel abfing, die die Vampirin treffen sollte.

Ab diesem Augenblick setzte ein großes Toho-wa-boho ein, es ging drunter und Drüber – diese komische Frau, die Sad nicht einordnen konnte fing auf einmal an, Wände aus Flammen aus dem Erdreich zu ziehen, einen Großteil der Russen zu verbrennen bei lebendigem Leibe. Ein Rest dieser Typen bekam Angst, flohen oder wollten hinein in die große Kirche deren heiligen Boden sie zuerst entweihen wollten – diese versuchten an Angel, Sadric und Samantha vorbei zukommen – doch nur ein Teil schaffte es, der andere Teil riss den Wolf und die vampirin weiter zurück, drängten sie regelrecht an die großen Holztore, bis es genug war – Der Schwarzhaarigen ging die Atemluft aus, sodass sie beschloss einem der Kerle die Kehle durch zubeißen und sein Blut zu trinken. Der Geruch nach Blut, ließ auch Sadric so langsam aber sicher aus der Haut fahren, und das, gepaart mit dem ganzen Geruch um sich herum, die Schreie veranlasste ihn dazu sich in seine Crinosgestalt zu wandeln – einige Männer riss er dabei in den Tod, andere folgten, als er um sich schlug um sich Platz zuschaffen, weitere starben bei dem erbärmlichen Versuch ihn, den sie für den Allmächtigen hielten, an zubeten.
Der Wolf wollte da weg – der einzige Grund, weshalb er sich die schwarzhaarige Vampirin schnappte, sie sich über die Schulter warf und über die Menge an Russen hinweg zu springen, hinauf auf das Dach der riesigen Kirche. Da war wieder dieser Geruch nach den anderen Wölfen – ein lautes Heulen durchbrach die nächtliche Ruhe Paris, aber nicht nur das – auch das brechen von Schiefen, den Dachplatten der Notré Dame war zu hören – der Wolf war abgerutscht, und schlitterte nun samt Vampirin auf der Schulter immer tiefer, bis er letztlich absprang, und sich an einem der Wasserspeier festhielt. Knurren schwang er sich durch eines der riesigen Fenster – lautes Glassplittern war zu hören. Als er auf dem Steinboden in der Kirche aufkam, splitterten zwei Platten unter ihm. Es dauerte einen Augenblick, bis der Crinos sich gefangen hatte, bis er letztlich die Bänke nutzte, auf eine dieser Sprang, sich hinauf zu den Steinfigur angelte und aus dem nächsten Mosaikfenster wieder hinaus polterte.

Was danach passierte? – Er konnte sich nur noch Schemenhaft daran erinnern, der Mexikaner. Er wusste noch, wie er durch eine Kanalisation watete und dort unten mit zwei Anderen Werwölfen – Isa und Lannec – aber auch Angel nach einem trockenen Fleckchen gesucht hatte. Und dann war da dieser Geruch... dieser widerliche Geruch, der seine Geruchssinne außer Gefecht setzte – Lavendel. Das wusste er noch. Und, das er dort unten jemanden erschossen hatte… Wie er zu Kleidung kam? – Er hatte keine Ahnung. Er wusste nur noch, wie er am nächsten Morgen mit knurrendem Magenaufgewacht war und duschen ging. Noch immer hatte er den Lavendel in der Nase. Wohl an war das der Grund für das seltsame aber große und ausgiebige Frühstück, das er zu sich genommen hatte.

Und dann? Er hatte an der Hotelrezeption einen Brief erhalten, er war von Ness. Der alten Freundin, mit der er vor einigen Jahren zusammen auf der Bühne stand. Sie wollte nach Paris kommen. Nein! – halt! Sie wollte am selben Abend sogar noch da sein – und viel zeit blieb Sadric nicht. Also wurden einige Anrufe getätigt, damit man ein paar Termine umlegen konnte und ein Zimmer für Isabeau gebucht, ehe er zum Flughafen mit einem Taxi fuhr und sie von dort abholte.
Das nächste Mal, als er sie sah, kam er von Angel – die in Wahrheit Angelique hieß. Eine Frau, die sein Herz erobert hatte und es sich langsam aber sicher einverleibte. Nein – er war keines hörig, aber ihr zu Liebe half der Wolf einer jungenVampirin namens Charisma – die ein Problem mit ihrem Freund hatte. Dieser Freund schien kein Mensch zu sein, ihrer Geschichte nach zu Folge. Man hielt ihn in einem Labor gefangen, wollte ihn untersuchen und irgendetwas anstellen – Keine Ahnung. Allerdings hielt diese Unternehme auch ein paar Überraschungen für Sad bereit – denn vor dem Labor, das unterhalb eines Krankenhauses lag, trafen er zusammen mit der Vampirin Charisma auf einen weiteren Werwolf, der sie von dieser Aktion abbringen wollte. Aber nach einer Rangelei und einer Erklärung gab auch der andere Wolf nach und kam letztlich sogar mit, um sich von der Wahrheit der Geschichte zu überzeugen. Und? – Siehe da – scheinbar brachte diese Aktion deren Wahrheit der deutlich jüngere Werwolf anerkennen musste, ihn zum überlegen. Aber Sadric konnte es egal sein. Dieser Yasuran war wieder bei seiner Charisma und er konnte zurück zu seiner Vampirin – Angel. Seiner Herzdame, der Frau, mit der er eigentlich sein Leben teilen wollte.
Zumindest bis zu Silvester lebte er in dem Glauben, als er zusammen mit seiner Angebeteten zu einem Silvesterball gehen wollte, der von einer Modedesignerin namens Layla Gabrielle di Florenzia veranstaltet wurde. Und noch bevor er – der Jäger – das Schneewittchen in das Märchenschloss führen konnte, trafen sie auf einen anderen Vampir, der vorgab, der Verlobte seiner Märchenprinzessin zu sein.

Was passierte? – Ein Deathwulf ließ sich nicht hinters Licht führen, aber er war auch nicht kindisch – also zog er es vor zu gehen und gar nicht erst den Ball zu betreten. Er würde abreisen und das Konzert auf Juni verschieben. Aber jetzt? Jetzt ging es erstmal zurück nach Mexiko.

 

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